Kolumbien - Finca Villa Sofía

Farm:                      Finca Villa Sofía

Eigentümer:            Sara Zuluaga

Anbauort:                 Gemeinde Jericó, Provinz Antioquia

Anbauhöhe:             1.840-1.950 

Lotgröße & -alter:  10ha & 15 Jahre

Varietät:                   Castillo & Caturra

Aufbereitung:         gewaschen

Trocknung:             6 Tage im Schatten auf Marquesinas (raised beds)

Erntezeit:                Dez 19-Jan 20

Schattenpflanzen:  Bananen, Mango- & Avocadobäume, Orangen und Mandarinen, Bambus

Coffeehunter:         Nikolai Fürst - Desarrolladores de Café

Importeur:               Colombian Spirit

Dry Mill:                   10. Februar 2020

Ankunft in Kucha:    07. April 2020

Erste Röstung:       

 

Geschmacksprofil:

Kaffeesäcke für Parchment Kaffee als direct trade aus Kolumbien
Sara und Nikolai füllen den Parchmentkaffee in die Säcke


Kaffeeblüten verwelken schnell am Kaffeestrauch in kolumbien
Die Hauptblüte hatte ich bei meinem Besuch um zwei Wochen verpasst. Durch regelmäßigen Regen kommt es jedoch immer wieder zur Blütenbildung am Kaffeestrauch.
Durch die Nähe zum Äquator herrscht in Kolumbien das ganze Jahr ein sehr gleichmäßiges Klima. So wird in diesen Gebieten das ganze Jahr über Kaffee geerntet und aufbereitet.
Durch die Nähe zum Äquator herrscht in Kolumbien das ganze Jahr ein sehr gleichmäßiges Klima. So wird in diesen Gebieten das ganze Jahr über Kaffee geerntet und aufbereitet.


Sara ist von klein auf kaffeebegeistert. Vor 15 Jahren hat die Familie Zuluaga die Farm Villa Sofía in Jericó Antioquia gekauft. Saras Tante und Onkel hatten sich damals in diesen idyllischen Fleck sofort verliebt. Ihr Onkel wurde während der dunklen Jahre entführt und kam nie wieder zurück. Saras Tante fühlte sich nun nicht mehr sicher auf der Farm und bot sie der Familie von Sara an. Seit den Friedensverhandlungen ab 2012 wurde es langsam friedlicher in der Gegend. Seitdem ist es nun die Hauptaufgabe von Sara und ihrem Vater die Farm wirtschaftlich erträglich zu gestalten.

 

Die Farm ist bereits über 100 Jahre alt und seit dem Erwerb 2005 sind die beiden am planen, gestalten, bepflanzen und ersetzen. Anfangs bestand die Farm größtenteils aus der Catimor Varietät, die sehr ertragreich, geschmacklich aber eher metallisch und gemüsig ist. Seitdem pflanzen sie Castillo, Caturra, etwas Variedad Colombia und ein Nanolot Geisha sowie

Pink Bourbon.


Trocknung von Rohkaffee in Kolumbien erfolgt traditionell in
Hier sieht man das Wohngebäude von Fernando (mitte) und das Gästehaus (rechts). Links ist das Elva (mit Blech überdachte Patios) und die Marquesinas (mit Folie überdeckte Trocknungsbetten/raised beds)
Traditionell sind Geweihfarne als Zierpflanzen in Kolumbien sehr beliebt. Auf der Farm von Sara wachsen viele Pflanzen, die wir in Deutschland nur als exotische Zimmerpflanzen kennen.
Traditionell sind Geweihfarne als Zierpflanzen in Kolumbien sehr beliebt. Auf der Farm von Sara wachsen viele Pflanzen, die wir in Deutschland nur als exotische Zimmerpflanzen kennen.


Auf der Terrasse vom Hauptfarmgebäude hat man eine tolle Aussicht auf das Tal und die dahinterliegenden Gebirgsketten der Westkordilleren.
Auf der Terrasse vom Hauptfarmgebäude hat man eine tolle Aussicht auf das Tal und die dahinterliegenden Gebirgsketten der Westkordilleren.

In der traditionellen Aufbereitung wird der Kaffee im Wasser geschwemmt, um Unreinheiten und unreife/ befallene Früchte zu trennen. Die vollreifen Früchte werden dann von der Kaffeekirsche getrennt und trocken im Fruchtfleisch fermentiert. Nach 12 Stunden wird der Kaffee gewaschen und anschließend teils in Marquesinas (überdachte Trockenbetten) und teils traditionell mit Elvas (Schiebedächern über Betonboden) für 6 Tage getrocknet. Da dieser Vorgang relativ schnell ist, wird der Kaffee für 1-2 Wochen trocken gelagert, sodass sich das freie Wasser neu verteilen kann und anschließend nochmal für 1-2 Tage zu Ende getrocknet.

 

Im Tassenprofil finden wir Schokolade, süße, milchige Karamellnoten, eine milde Orangensäure, aromatische Zuckerrohrsüße und einen mittleren Körper. Ein klassisches kolumbianisches Profil mit erhöhter Süße.


Kaffeeplantage mit einzelnen Parzellen udn Schattenbäumen für einen nachhaltigen Anbau von Rohkaffee in Kolumbien
Bananenstauden und Orangenbäume schützen die einzelnen Kaffeeparzellen vor Wind. Gleichzeitig sorgen diese Schattenbäume mit ihren Früchten für ein zusätzliches Einkommen auf der Farm.

Eine Kaffeefarm wird immer von einer Familie bewohnt und bewirtschaftet.
Fernando kümmert sich mit seiner Familie um die Farm von Sara.
Pflanzenpflege auf der Kaffeefarm gibt es auch für Schattenbäume und andere Erntefrüchte.
Mit einem Messer schneidet er kranke Blätter von der Staude. So bleibt sie gesund und ertragreich.
platano sind kochbananen und somit Cashcrops auf der Kaffeefarm von Sara Zuluaga in Jerico Antioquia.
Wo Kaffee schlecht wächst, werden neue Kochbananensetzlinge gepflanzt. Diese tragen zu einem ganzjährigen Einkommen auf der Farm bei.

Die Westkordillere ist die westliche der beiden Andenkordilleren in Kolumbien und sorgt für atemberaubende Höhenunterschiede. Die Kaffeefarm von Sara liegt auf ungefähr 1900m.
Die Westkordillere ist die westliche der beiden Andenkordilleren in Kolumbien und sorgt für atemberaubende Höhenunterschiede. Die Kaffeefarm von Sara liegt auf ungefähr 1900m.

Sara ist nicht nur Kaffeefarmerin, sie betreibt seit Januar 2019 auch eine Rösterei „Cielo Tostado“ und hat durch ihre Kaffeeleidenschaft schon einige Länder bereist, um ihren Kaffeehorizont zu erweitern und die Kaffeewelt aus mehreren Perspektiven kennenzulernen. Wenn sie nicht gerade röstet, sich um die Farm kümmert oder sich mit anderen Coffeelovern austauscht macht sie auch leidenschaftlich Yoga.